Gründe für G8GTS am Gymnasium im Kannenbäckerland

Eine zentrale Forderung an die Schulen ist, Chancengleichheit für alle Kinder unabhängig vom sozialen Status oder Migrationshintergrund zu erreichen. Fehlende Chancengleichheit wurde als Defizit im deutschen Bildungssystem in einigen Bildungsstudien festgestellt. Um diesen Mangel auszugleichen, wurden in Rheinland-Pfalz bereits an vielen Grundschulen Ganztagsangebote eingerichtet. Im Westerwaldkreis haben derzeit sehr viele Grundschüler die Möglichkeit, eine Ganztagsgrundschule zu besuchen. Ein Gymnasium mit Ganztagsangebot steht im Kreis allerdings noch nicht zur Wahl. 

Eine weitere gesellschaftliche Forderung bezieht sich auf die Verkürzung der Schul- und Ausbildungszeiten. Die bei der kurzfristigen Einführung des achtjährigen Gymnasiums in anderen Bundesländern entstehenden Schwierigkeiten sind in der Öffentlichkeit gerade in den letzten Monaten ausführlich dargestellt und diskutiert worden. 

Das rheinland-pfälzische Konzept der Kombination von achtjährigem Gymnasium mit Ganztagsschule versucht die positiven Aspekte beider schulstruktureller Reformansätze (Ganztagsschule und Schulzeitverkürzungen) zu verbinden und möglichst viele Probleme zu vermeiden. 

Das deutliche Interesse der Eltern an G8GTS ist beeindruckend, wie eine Umfrage zeigt, die bei den Eltern der Kinder aus den dritten Klassen der Grundschulen im Einzugsbereich des Gymnasiums Anfang April 2008 durchgeführt wurde.

Pädagogische Grundlagen

Wir sehen in der Einführung von G8GTS eine große Möglichkeit, unser bisheriges pädagogisches Konzept – gymnasiale Bildung unter guten infrastrukturellen Voraussetzungen für alle Schülerinnen und Schüler – unter verbesserten Rahmenbedingungen weiter fortzuführen und auszubauen, obwohl die Forderung nach Schulzeitverkürzung keine pädagogische Notwendigkeit besitzt.

Insbesondere die verpflichtende Form der Ganztagsschule ab der 7. Jahrgangsstufe ermöglicht es dennoch, unsere pädagogischen Ziele im großen Umfang zu erreichen.

In der Schulorganisationsform G8GTS sehen wir die Möglichkeit:

  • unsere Schülerinnen und Schüler individueller zu fördern;
  • die Entwicklungsprozesse der Schülerinnen und Schüler intensiver zu begleiten;
  • ganzheitliches Lernen in einer entsprechend gestalteten Lernkultur zu ermöglichen
  • und unsere Schule als Lernort und Teil der Lebenswelt zu institutionalisieren, mit der sich Schülerinnen und Schüler, Lehrer und Eltern in einem hohen Maße identifizieren können.