Der 9. November und der Zustand der Demokratie im Jahr 2018

Mit der Demokratie sei es wie mit der eigenen Gesundheit – man realisiere oft erst dann die Bedeutung von etwas, wenn es abhanden gekommen sei.
Mit diesen mahnenden Worten begann der Besuch der Landtagsabgeordneten Dötsch (CDU) und Machalet (SPD) am Gymnasium im Kannenbäckerland. Die Bewusstmachung des 9. Novembers als Wechsel zwischen Demokratie und Diktatur und als Datum prägender Erlebnisse der deutschen Geschichte war für die teilnehmenden Sozialkunde- und Geschichtskurse der Oberstufe der Einstieg in die Diskussion um den derzeitigen Zustand der Demokratie in Deutschland. Direkt angeschlossen wurden schülerseitige Fragen an die beiden erfahrenen Abgeordneten zu ihrem Umgang mit Hasskommentaren bzw. der dahinterstehenden Verachtung gegenüber demokratisch gewählten Vertretern des Volkes. Auch die Gefahr von populistischen Parolen, aggressiver Rhetorik und „Fake News“, insbesondere in den Sozialen Netzwerken, wurde thematisiert. Weitere Aspekte waren die von den Schülerinnen und Schülern bemängelte Abgrenzungsunschärfe der beiden Parteien, die durch Abgeordnete vertreten waren, aber auch regionale Angelegenheiten wie der ÖPNV oder die Polizeipräsenz.
Insbesondere im Hinblick auf die einführend diskutierten Demokratiedefizite erhoben die Schülerinnen und Schüler des GiK zum Schluss die Forderung, der politischen Bildung einen größeren Raum im Lehrplan einzuräumen, als dies bis jetzt mit den wenigen Stunden Sozialkunde der Fall sei. Die Veranstaltung endete mit eindringlichen Appellen der Abgeordneten sich auch außerhalb der Schule für Demokratie und Freiheit einzusetzen, autoritären Grundhaltungen entgegenzutreten und das kommende Jahr 2019 als Schicksalsjahr für Europa zu begreifen.