USA-Austausch

Der USA-Austausch ist gut gestartet! Trotz des Pilotenstreiks ist die Gruppe pünktlich in New York gelandet und hat sehr beeindruckende Tage im "Big Apple" verbracht.

Am Montag sind die Schülerinnen und Schüler in ihren Austauschfamilien angekommen und gewöhnen sich langsam an den American Lifestyle und das amerikanische Schulsystem.

Tagesaktuelle Neuigkeiten aus Amerika sind im Opens external link in new windowBlog des USA-Austauschs zu finden.

Am Abend des 13. März veranstaltete der 12er Ethik-Grundkurs des Gymnasiums im Kannenbäckerland einen Themenabend zum deutschen Asylrecht und zur aktuellen Flüchtlingsproblematik. 

Nach einer Aufwärmung in Form eines kleinen „Einbürgerungstests“ für die Besucher/innen, erwarteten uns spannende Programmpunkte. Als Einstieg präsentierten zwei Schüler des Kurses Länder, in denen die Anzahl der Flüchtlinge aufgrund aktueller Konflikte besonders hoch ist sowie deren Probleme nach der Ablehnung und Rückkehr in ihre Heimat. Dass abgeschobene Flüchtlinge nach ihrer Rückkehr in ihre Heimat unter Isolation und Diskriminierung leiden, war für viele eine neue und schockierende Erkenntnis. Zur Veranschaulichung einer Flucht und vor allem, um dem Publikum die psychische und physische Belastung einer Flucht darzulegen, wurde auch die fiktive Flucht einer syrischen Familie geschildert. 

Daraufhin konnten wir ein spannendes Gespräch mit Herrn Becker, Bürgermeister der Verbandsgemeine Höhr-Grenzhausen, Herrn Brandt, der sich aufgrund seiner persönlichen Vita für Flüchtlinge einsetzt, und Frau Kolberg-Neuesüß , Vertreterin der evangelischen Kirchengemeinde in Höhr-Grenzhausen, verfolgen. 

In diesem Gespräch erfuhren wir beispielsweise, dass die zurzeit 63 Asylbewerber/innen in Höhr-Grenzhausen nicht zentral in einem Heim, sondern in der gesamten Kernstadt verteilt untergebracht werden. Man habe aus den Fehlern der 90er-Jahre gelernt, so Herr Becker. Damals wurden die Flüchtlinge noch in einem zentralen Heim untergebracht. Es kam regelmäßig zu Konflikten zwischen Einwohner/innen und Asylbewerber/innen. 

Herr Brandt erzählte von seinem Engagement und betonte dabei immer wieder die zentrale Rolle der Bürgerbeteiligung. Dies konnte auch Frau Kolberg-Neuesüß bestätigen, die als Teil der evangelischen Kirchengemeinde maßgeblich am vorläufigen Bleiberecht einer syrischen Flüchtlingsfamilie beteiligt ist. Diese Familie ist zurzeit im Kirchenasyl und kann so vor der drohenden Abschiebung bewahrt werden. 

Die Brüder Ferhad und Rezan Khello aus dieser Familie waren anwesend und schilderten in einem von Ebona Rogova sehr einfühlsam geführten Interview ihre Erlebnisse in Syrien und den Verlauf ihrer Flucht über die Türkei nach Bulgarien und von dort aus nach Deutschland. Nach ihrer Ankunft in Trier wurden sie schließlich der Verbandsgemeinde Höhr-Grenzhausen zugeteilt. Zudem erzählten sie von ihrem neuen Leben in Deutschland und ihren Zukunftsplänen und bewiesen dabei ihren Sinn für Humor.

Der Themenabend war eine gelungene Veranstaltung, die den erfreulich zahlreichen Gästen neue Perspektiven auf die omnipräsente Flüchtlingsproblematik bot. Ein großes Dankeschön an Frau Zimmermann, die dies überhaupt erst ermöglicht und uns als Ethik-Kurs die Möglichkeit gegeben hat, uns näher mit dem Thema auseinanderzusetzen.

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