Auch in diesem Schuljahr begrüßt das Gymnasium im Kannenbäckerland wieder Gastschüler aus aller Welt. In der AG „Zu Gast am GiK“ treffen sie sich jeden Freitag mit SchülerInnen des GiK und lernen das deutsche Schulsystem kennen, verbessern ihre Deutschkenntnisse oder beschäftigen sich mit verschiedenen kulturellen Aspekten.
Die deutschen Schüler haben in den vergangenen AG-Stunden die Gastschüler interviewt.
Helin Günana aus der Gastschüler-AG sprach mit einer unserer Gastschülerinnen:

Zoe Vittoz ist Gastschülerin am GiK, 17 Jahre alt und kommt aus der Schweiz. Sie hat eine große Schwester, die 21 Jahre alt ist. Seit einem Monat in Deutschland ist sie in Deutschland und plant, insgesamt ein Jahr lang hier zu bleiben.

Was machst du gerne in deiner Freizeit?
Ich spiele gerne Gitarre und gehe öfters mit meinen Freunden in die Stadt und verbringe gerne Zeit mit ihnen. Ich wohne und gehe in Lausanne aus. Lausanne ist ähnlich wie Koblenz, nur dass es etwas größer ist. Dort ist es einfacher, in die Stadt zu kommen, da ich zu Fuß nur 10 Minuten brauche, während ich hier in den meisten Fällen den Bus nehmen muss.

Was ist dein erster Eindruck von Deutschland?
Mir ist direkt aufgefallen, dass die Menschen hier sehr warmherzig sind im Gegensatz zur Schweiz. Die Menschen dort sind viel verschlossener. Meiner Meinung nach ist Deutschland ein sehr schönes Land, indem man einiges unternehmen kann. Ich habe die Städte Köln und Frankfurt schon besichtigt und es hat mir sehr gefallen. Ansonsten gibt es nicht so viele Unterschiede im Gegensatz zur Schweiz.

Hast du neue Sachen gelernt, die in der Schweiz nicht unterrichtet wurden? Wie ist der Deutschunterricht in der Schweiz?
Ich habe gemerkt, wie mein Deutsch um einiges besser wurde, da ich hier aufgefordert werde, Deutsch zu sprechen.
In der Schweiz haben wir hauptsächlich nur die Grammatik gelernt und konnten keine Dialoge/Gespräche führen, da die Sprache während des Unterrichtes nicht gesprochen wird. Stattdessen reden wir nur auf Französisch.

Findest du, dass der Austausch dir bis jetzt etwas gebracht hat?
Durch Deutschland wurde ich selbstständiger und habe gelernt, wie man alleine auch gut zurechtkommen kann, auch wenn die Freunde oder die Familie nicht da sind. Zwar vermisse ich meine Bekannten sehr, jedoch freue ich mich immer wieder darauf, mit ihnen zu telefonieren und kann den Kontakt trotz Entfernung halten.

Wie ist das Schulsystem in der Schweiz?
Das Schulsystem dort ist sehr streng. Wir kriegen viel mehr zu tun als in Deutschland und arbeiten sogar nach der Schule stundenlang an unseren Aufgaben. Schulbeginn in der Schweiz ist genauso wie in Deutschland (8:15h), jedoch haben wir um 17h Unterrichtsschluss. Eine Unterrichtsstunde dauert bei uns 45min. Nach jeder Stunde haben wir genauso wie in Deutschland 5min Pause. Mir persöhnlich gefällt es gut, dass man seine Leistungskurse selber wählen kann und nach der Schule nicht so viel zu tun hat.

Rafael Fellicíssimo Alves da Costa:

Oi eu sou o Rafael, eu tenho dezesseis anos e essa é minha intrevista com perguntas do Angelo e da Irem
Das war ein Satz auf Portugiesisch; der Muttersprache unseres brasilianischen Gastschülers.
Auf Deutsch übersetzt bedeutet das: Hallo ich bin Rafael, ich bin sechzehn Jahre alt und das ist mein Interview mit Fragen von Angelo und Irem.

Was sind die Unterschiede zwischen Brasilien und Deutschland?
Hier in Deutschland muss ich viel unabhängiger sein, weil ich in Brasilien in einer großen Stadt und hier in einer kleineren Stadt lebe. In Brasilien sind die Geschäfte und Einkaufszentren sehr weit entfernt und deshalb fährt mein Vater mich mit dem Auto überall hin, während ich hier mit dem Bus fahre. Auch die Leute hier sind viel strenger als in meiner Heimatstadt, deshalb muss ich die Regeln befolgen.

Wie und wann hast du angefangen Deutsch zu lernen?
Seit der 2. Klasse lerne ich in der Schule Deutsch, aber in der 9. Klasse haben wir angefangen, fortgeschrittenes Deutsch zu lernen, weil ich in den deutschen Zweig meiner Schule gewechselt habe. Der deutsche Zweig bedeutet, dass ich alle Fächer auf Deutsch und auch auf Portugiesisch habe.

Was sind deine Hobbys in Brasilien und was machst du in Deutschland?
In Brasilien habe ich gerne geklettert und auch in Deutschland klettere ich gerne. Ich spiele auch Fußball, obwohl ich nicht gut darin bin.

Welche Orte willst du gerne in Deutschland besuchen?
Ich will Nürnberg besuchen, weil meine Freunde, die dort einen Austausch gemacht haben, mir gesagt haben, dass es sehr schön ist. Ich möchte auch große Städte wie Berlin oder Frankfurt besuchen, weil sie viel Geschichte haben und auch sehr schön sind.

Inwiefern hat sich dein Wortschatz während deines bisherigen Aufenthalts in Deutschland erweitert?
Ich habe neue Vokabeln zum Wortfeld „Küche“ gelernt, weil ich mit meiner Gastfamilie gekocht habe. Ich habe meine Aussprache und mein Verständnis der deutschen Sprache verbessert. Jetzt kann ich auch deutsche Filme verstehen, aber brauche dafür noch deutsche Untertitel.

Caterina Monarchi

Deniz und Aylin aus der Stufe 9 haben eine Gastschülerin aus Italien interviewt.

Möchtest du dich vorstellen?
Hallo, ich heiße Caterina, ich bin 17 Jahre alt und komme aus Rom. Ich habe einen großen Bruder und eine kleine Schwester. Ich bleibe in Höhr-Grenzhausen für 3 Monate bei meiner Gastfamilie, um mein Deutsch zu verbessern.

Was machst du in deiner Freizeit?
Ich reite in einem großen Park und zeichne gerne. Außerdem gehe ich gerne in Rom spazieren, weil ich in der Nähe vom Vatikan wohne, sodass ich zu vielen berühmten und schönen Orten laufen kann wie z.B. San Pietro (Sankt Peter), Piazza Navona, das Kolosseum und zum Pantheon.

Wie findest du Deutschland?
Ich finde Deutschland sehr schön, die Leute hier sind auch sehr nett, wie zum Beispiel meine Gastfamilie und meine Klassenkameraden. Ich gehe jedes Wochenende mit meinen Freunden nach Koblenz in die Stadt. Ich finde die Stadt sehr schön und lebensfroh. Ich hoffe, dass ich noch viele Orte in Deutschland besuchen kann.

Wie findest du das Schulsystem?
Es ist anders, als das italienische Schulsystem bspw. bleibt man fünf Jahre in der Grundschule, drei Jahre in einer weiterführenden Schule und wieder fünf Jahre in einem Gymnasium oder einer Berufsschule. Außerdem wählt man die Schule nach fachlichen Schwerpunkten. Auch gibt es in Italien keine schriftlichen Noten, sondern mündliche Prüfungen. In Deutschland finde ich es besser, denn an den Schulen hier gibt es sowohl schriftliche als auch mündliche Noten. Ich denke, dass die Schulen in Italien schwieriger sind, da man viele Hausaufgaben bekommt, zuhause viel mehr lernen muss und man samstags auch Schule hat.

Hat der Austausch dir bis jetzt etwas gebracht?
Ja, schon. Ich denke mein Deutsch hat sich verbessert, insbesondere das Reden fällt mir deutlich leichter. Mittlerweile kann ich Deutsch viel einfacher als davor verstehen.
Ich bin sehr froh hier zu sein und ich empfehle jedem, der an einem Austausch interessiert ist, nach Deutschland zu kommen.

Emilio Stefan Gocht Agüero

Kyle und Kenda, Teilnehmer der AG „Zu Gast am GiK“ führten ein Interview mit dem Gastschüler Emilio Stefan Gocht Agüero.
Emilio (16) kommt aus Mexiko und besucht die 10. Stufe. In seiner Freizeit spielt er Fußball und schaut gerne Serien.

Worin bestehen die Unterschiede zwischen dem deutschen und dem mexikanischen Schulsystem?
Der erste Unterschied ist, dass ich in Mexiko eine private Schule besuche, was nicht selten vorkommt. Am deutschen Schulsystem ist vieles anders, zum Beispiel sind die Schüler/innen in Deutschland um einiges organisierter als in Mexiko. In Mexiko gibt es im Gegensatz zu hier nur eine Schulform. Die mexikanischen Schüler/innen haben im Allgemeinen eine Schullaufbahn von 12 Jahren, in einigen Fällen auch 11 Jahren. Außerdem kann ich hier tragen, was ich will, in Mexiko muss ich nämlich eine Schuluniform anziehen.

Wie bist Du auf den Gedanken gekommen, Deutsch zu lernen?
Da mein Vater deutscher Herkunft ist, hatte ich den Wunsch, mich mit der deutschen Sprache auseinanderzusetzen. Mit 13 Jahren habe ich dann angefangen, Deutsch zu lernen. Zweimal in der Woche unterrichtete mich ein Deutschlehrer. Zudem habe ich in der Schule Deutschunterricht. Außerdem versuche ich, mich in der Zukunft mit dem Rest meiner Familie auf Deutsch zu unterhalten.

Wie war Dein erster Eindruck von Deutschland und was hast Du bis jetzt gemacht?
Mein erster Eindruck war, dass Deutschland sicherer ist. Nach meiner Ankunft war ich in Koblenz, habe mich mit anderen Gastschülern getroffen und habe mich bereits im örtlichen Fußballverein angemeldet.

Was erhoffst Du Dir von deinem Auslandsjahr?
Ich erhoffe mir, mein Deutsch zu verbessern und die deutsche Kultur kennenzulernen. Ich würde gerne einmal München besuchen, da ich ein FC Bayern München-Fan bin.

Bald steht Weihnachten an, erzähl uns, wie Du und Deine Familie Weihnachten in Mexiko feiern?
Meine Familie und ich veranstalten jedes Jahr eine große Feier, zu der wir unsere Verwandten einladen. Wir feiern von Heiligabend in den ersten Weihnachtstag hinein. Meine Familie kocht zum Beispiel Steak, Lasagne, Pasta, Hähnchen, Kartoffelpüree und Bohnen.