Auch im zweiten Halbjahr begrüßen wir zwei Gastschülerinnen am Gymnasium im Kannenbäckerland. Nachdem sie schon einige Zeit an unserer Schule verbracht haben, stellen sich beide vor und berichten u.a. von ihren Erfahrungen an einer deutschen Schule im Vergleich zu den Schulen ihrer Heimatländer.

Hallo, mein Name ist Margherita und ich bin 17 Jahre alt. Ich komme aus Italien und ich wohne in Como, in der Nähe von Mailand. Aber jetzt wohne ich in Deutschland, in Höhr-Grenzhausen und besuche das Gymnasium im Kannenbäckerland. Ich lerne seit 3 Jahren Deutsch und seitdem ich angefangen habe, wollte ich diesen Austausch machen. Ich hatte immer Interesse an neuen Kulturen und Dingen, deshalb habe ich mich entschlossen, an einem Austausch teilzunehmen.
In meiner Freizeit gehe ich gern ins Fitnessstudio oder mit dem Hund meiner Gastfamilie spazieren, treffe mich mit meinen Freunden in Koblenz oder höre Musik. Jeden Donnerstag helfe ich meiner Gastmutter beim Kinderturnen (der Sportfreunde).
In Italien haben wir in der Schule nur eine Klasse mit den gleichen Schülern und müssen nicht den Raum für jedes Fach wechseln. Ich finde es hier besser, weil wir die Möglichkeit haben, viele neue Leute kennenzulernen. Ein anderer Unterschied ist, dass wir in Italien keine Leistungskurse haben. Wir haben alle die gleichen Fächer und es gibt spezialisierte Schulen (Linguistik, Naturwissenschaft, Klassik, Kunst): ich besuche eine Linguistische Schule. Wir haben nur bis 13 Uhr Schule anstatt bis 16 Uhr wie hier. Ich mag das hier nicht so sehr, weil ich am Nachmittag weniger Zeit habe, um zu tun, was ich mag. Auch die Art zu lernen ist unterschiedlich: hier verwendet man viele digitale Medien während wir in Italien noch mehr mit Büchern arbeiten.
Hier sind einige Sachen ein bisschen schwierig für mich, weil mein Deutsch nicht so gut ist, aber meine Lehrer sind verständnisvoll und sehr nett. Wenn ich ein Problem habe, kann ich immer fragen und sie erklären es mir.
Auch meine Gastfamilie ist sehr toll. Ich habe einen Gastbruder, der 24 ist und der uns auch Jugendsprache beibringt (z. B Digga, Alter, Junge…). Ich lebe zusammen mit einem brasilianischen Mädchen, das auch eine Gastschülerin ist und wir machen viele Dinge gemeinsam.

Hallo, ich heiße Laura, ich komme aus Sao Paulo, Brasilien und bin 15 Jahre alt. Ich bleibe für ein halbes Jahr in Höhr-Grenzhausen. Ich lerne seit sieben Jahren Deutsch und gehe auf eine deutsche Schule in Brasilien.
Die Schule hier ist kleiner als meine Schule in Sao Paulo, was mir nicht so gut gefällt. In Brasilien findet der Unterricht normalerweise immer im Klassenzimmer statt. Am GiK, in der zehnten Klasse, haben wir keine festen Klassen, dafür wechseln wir je Kurs die Räume. Daran musste ich mich erst gewöhnen. Mir gefällt es hier, dass ich Leistungs- und Grundkurse habe und meine Fächer wählen kann, was ich auf meiner Schule in Brasilien nicht machen kann.
In Brasilien dürfen wir unsere Lehrer beim Vornamen nennen und duzen, sodass es mir hier etwas schwerfällt, unsere Lehrer zu siezen. Das Schuljahr in Brasilien beginnt im Januar, sodass ich in Bezug auf den Lernstoff hier ein bisschen voraus bin. In Brasilien habe ich nach der Schule leider nicht so viel Freizeit, da ich bis 17 Uhr Schule habe. Hier kann ich etwas mehr in meiner Freizeit machen. Ich lese zum Beispiel sehr gerne, wenn ich etwas Ruhiges machen möchte. Wenn ich viel Energie habe, gehe ich gerne ins Fitnessstudio und spaziere auch durch Höhr-Grenzhausen/São Paulo.
Meine Gastfamilie hier in Deutschland ist sehr nett. Wir essen immer abends zusammen und erzählen von unserem Tag.
Bis jetzt ist alles gut und ich freue mich auf die Möglichkeit, neue Menschen kennenzulernen und neue Sachen zu sehen. Deutschland ist sehr unterschiedlich zu Brasilien, sodass ich neue Erfahrungen sammeln kann.